Allgemein

Pausen sind wichtig

Pausen sind wichtig 150 150 Kerstin Döring

So ein Job als Nachrichtenmoderator ist doch bestimmt locker, sagte mein Mann neulich beiläufig, als wir Tagesthemen schauten. Das sehe ich anders, sagte ich entrüstet:

Alles, was leicht, charmant und selbstverständlich rüberkommt, ist das Ergebnis sorgfältiger Vorbereitung, viel Übung und Erfahrung. Es zeugt von einer professionellen Haltung und Kompetenz. 

Ich bin zwar keine Fernsehmoderatorin, aber auch ich spreche in meiner Seminar-Arbeit vor und mit Menschen, ich heiße sie willkommen, ich moderiere, vermittle, fasse zusammen, erkläre, frage, motiviere, ermutige und beziehe mich. Ich hole ab, nehme wahr, halte und lese den Raum. 

Auch all das wirkt leicht und souverän, locker, selbstverständlich und nicht wie Arbeit. Das bekomme ich oft als Rückmeldung.

Aber eine Atmosphäre von Leichtigkeit und Mühelosigkeit herzustellen IST Arbeit. 

Sie fällt nicht einfach vom Himmel, erst recht nicht, wenn man menschlicherweise mal einen schlechten Tag hat, weil man kaum geschlafen hat, Stress mit dem Partner hat oder weil einem schlichtweg eine Laus über die Leber gelaufen ist. 

Leichtigkeit und Charme haben dann mit Disziplin, Persönlichkeit und Haltung zu tun. 

Was ich eigentlich sagen will:

Leichtigkeit ist ein Job.

Leichtigkeit wurde erarbeitet und gut vorbereitet.

Self as Instrument ist eine Aufgabe. 

Arbeit mit Menschen kostet Kraft.

Und um souverän, fundiert und menschlich meinen Job vor und mit Menschen machen zu können, brauche ich ab und zu eine Pause. Nur dann kann ich auf Dauer gute Arbeit leisten.

Die letzten Wochen waren rappelvoll mit Präsenz- und Online-Seminaren und Coachings. Es hat mir großen Spaß gemacht, tolle Themen (Kreativität, Empowerment, Resilienz) mit ganz unterschiedlichen Gruppen zu erobern. 

Aber ich bin froh, diese Woche keinen Präsenz-Termin zu haben. Einfach „nur“ Steuer, Angebote, Konzepte, Orga etc. 

Ich freue mich, im stillen Kämmerlein Luft zu holen und vor mich hin zu puzzeln, bevor es dann nächste Woche wieder weiter geht.


#ProfessionelleHaltung #Moderation #Resilienz #Seminarleitung #PausenSindWichtig

Fehlerkultur

Fehlerkultur 150 150 Kerstin Döring

Fehlerkultur war das Thema von zwei Team-Workshops, die ich im Februar 26 für einen sozialen Träger in Hamburg begleitet habe.

In den Workshops schufen wir geschützte Räume, in denen Fehler als Teil von Lernprozessen verstanden werden. 
Jede:r teilte den „Fehler der Woche“, reflektierte, was daraus gelernt wurde, und gab Tipps, wie andere ihn vermeiden können. Ziel: Fehler sind menschlich. Sie gehören dazu und verbinden uns im kollektiven Lernen.

Mit der 5-Warum-Methode analysierten die Teilnehmenden, warum bestimmte Fehler immer wieder passieren. Oft lagen die Ursachen in strukturellen Rahmenbedingungen: Zeitdruck, ständige Unterbrechungen, der Spagat zwischen Routine und Notfallbereitschaft – von epileptischen Anfällen bis zu scheinbar harmlosen Fragen wie „Sehe ich heute schön aus?“ Bei jedem Klingeln muss reagiert werden. All das prägt den Arbeits-Alltag.
Ich war voller Bewunderung, mit wieviel Engagement die Mitarbeitenden in Pflege-Berufen hier täglich an ihre Grenzen gehen.

Wir fragten weiter: Was braucht es? Was kann jede/r beitragen? Wo lassen sich Abläufe verbessern? 
Wir sprachen über Resilienz, innere Antreiber, die Teilnehmenden gaben sich gegenseitig Feedback und feierten Erfolge. Dabei wurde klar, dass es trotz aller Belastung unglaublich viel gibt, worauf die Mitarbeitenden stolz sind und wieviel auch gut läuft.

Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist:

Ein seh- und hörbehinderter Rentner, der als Minijobber Botengänge zu Apotheken und Ärzten erledigt, spielt in einer Leistungsgesellschaft eher keine so bedeutende Rolle.

Aber in der Lebens- und Arbeitswirklichkeit der Initiative sieht das ganz anders aus. Im Laufe des Team-Workshops wurde deutlich:

Dieser ältere, fast blinde Mann ist im stressigen Pflege-Alltag mit seiner großen Freundlichkeit so etwas wie das beherzte Ruhe-Zentrum für viele Team-Mitglieder. Sie überhäuften ihn mit Wertschätzung und Dankbarkeit.

So anrührend zu sehen, wie dieser Mann mit seinem vermeintlich kleinen Beitrag und seinem Dasein so viel Sinnstiftendes für sich und andere in die Gemeinschaft einbringt.

#fehlerkultur #teamworkshop #Pflegealltag #LernenAusFehlern #Teamwork #Resilienz

Seminare an Universitäten

Seminare an Universitäten 961 991 Kerstin Döring

Wie sehen Systeme in Zukunft aus? Wie finde ich inmitten von Krisen, Kriegen und antidemokratischen Strömungen die Zuversicht, die ich brauche, um meine eigene Zukunft zu planen? Wie treffe ich Entscheidungen, die zu mir passen – ohne mich von den Erwartungen anderer, von Eltern, „der Gesellschaft“ oder überzogenen Social-Media-Idealen leiten zu lassen?
Diese Fragen bewegten Studierende in den Seminaren „Entscheidungen treffen – innere Orientierung in einer komplexen Welt“ und „Was will ich wirklich?“, die ich in den letzten drei Wochen an der Uni Hamburg & an der Leuphana Universität in Lüneburg gegeben habe. Viele Studis fühlen sich mutlos, ängstlich, überfordert. Wer könnte es ihnen verdenken!

In einem Workshop können wir natürlich nur Impulse setzen, die zum Nachdenken anregen. Aber eines wird immer schnell klar: Man ist nicht allein. Andere kämpfen mit ähnlichen Zweifeln und Unsicherheiten. Der Austausch öffnet Perspektiven und relativiert den eigenen Blick.

So sagte eine Studentin nach einer SWOT-Analyse: „Eigentlich habe ich in meiner Situation kaum etwas zu befürchten. Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Nicht viel. Ich bin privilegiert.“
Für manch andere hingegen hat „Scheitern“ andere Konsequenzen – wer z.B. keinen finanziellen Puffer hat, spürt die Folgen einer „falschen“ Entscheidung härter.

Die Fragen und Themen der Studierenden führen oft zu den sieben Säulen der Resilienz, die ich in den Seminaren anspreche:
Optimismus heißt nicht, die Realität schönzureden, sondern auch in schwierigen Momenten Handlungsmöglichkeiten zu sehen. 
Akzeptanz bedeutet, Dinge hinzunehmen, die sich nicht ändern lassen – um Energie für das zu haben, was man tatsächlich beeinflussen kann. 
Lösungsorientierung fragt: „Was kann ich jetzt tun?“ statt „Warum passiert das mir?“. 
Verantwortung übernehmen bedeutet, den eigenen Einfluss zu erkennen, ohne sich in Schuldzuweisungen zu verlieren. 
Netzwerke nutzen erinnert uns daran, dass wir nicht alles allein schaffen müssen. Gemeinschaft gibt Halt. 
Zukunft gestalten heißt, sich kleine Ziele zu setzen, selbst wenn die Welt unsicher scheint. 
Und Selbstwirksamkeit ist das Vertrauen, dass man Krisen meistern kann, weil man es schon einmal geschafft hat.

Leichter gesagt als getan: Resilienz stärken angesichts unsicherer Systeme und bröckelnder Strukturen. Aber es ist ein Anfang. Was oft hilft, ist die Arbeit an eigenen Zukunftsbildern. Wo sehe ich mich in drei oder fünf Jahren? Eine Übung in punkto Zukunftsplanung beinhaltet das Treffen mit dem eigenen „Future-Self“ – und plötzlich tauchen wieder Lebenskraft, Motivation und Zuversicht auf.

Natürlich immer wichtig: Nicht die perfekte Entscheidung suchen. Ansprüche runter. Auch zweitbeste Entscheidungen sind gut genug. Leben ist eh nie perfekt. 😊

#resilienz #selbstführung #entscheidung

Stärken stärken

Stärken stärken 800 1104 Kerstin Döring

Das Seminar „Stärken stärken – Potenziale erkennen und einsetzen“ ist eine Mini-Abenteuerreise. Es geht hoch her im Laufe der zwei Tage. So viele Erkenntnisse, Fragen, Glaubenssätze und Emotionen ploppen im Laufe des Gruppen-Coachings auf. Ein Kaleidoskop menschlicher Erfahrung. 😊

Die Teilnehmenden – Mitarbeitende eines norddeutschen Verkehrsverbunds – sammeln und verdichten am 1. Tag die Vielfalt ihrer Stärken. Wir machen Austausch-Übungen, Selbstreflexion und holen Feedback zu Stärken ein von FreundInnen, Verwandten und KollegInnen.
„Ich habe eine erste Antwort bekommen!“ – „Mein Chef hat geantwortet!“ – „Meine Familie – ich habe Sachen gelesen, die mich sprachlos machen. Wieso redet man sonst nicht darüber? Wieso spricht man sich so wenig Wertschätzung aus?“

Wertvoll ist immer der Austausch über Selbst- und Fremdbild und den blinden Fleck. Ein wichtiges Thema, wenn es um Stärken geht, denn viele Leute sind sich ihrer Stärken nicht bewusst. Sie sind Teil des blinden Flecks, den wir im Seminar durch Feedback verkleinern.

„Es ist doch selbstverständlich, dass ich liebevoll/lustig/klar/hilfsbereit/entscheidungsfreudig/kommunkationsstark…bin“, sagen manchmal Menschen verblüfft, berührt oder erstaunt. Im Seminar werden wir uns der eigenen Fülle bewußter.
Manchmal sträuben sich TN auch dagegen, Sachen aufzuschreiben, die bisher nicht in ihr Selbstbild passen („Das bin ich doch gar nicht/ das sehe ich selbst aber nicht so…“).
Ich ermutige dazu und am Ende wird sich gefreut!
Manchmal braucht es nämlich den Blick von außen, um zu verstehen, was in uns steckt. Oft sind wir so daran gewöhnt, eher auf unsere Defizite zu schauen und übersehen dabei, was schon alles da ist.

Am 2. Tag widmen wir uns intensiv dem Potenzial und der Frage, wohin wir wollen und was wir brauchen, um unsere Stärken wirksam einzusetzen. Wir reden über Komfort-, Angst- und Lernzone und über Ressourcen: Was gibt uns Kraft?

Am Ende des Seminars sind immer alle fix und fertig und randvoll mit neuen Eindrücken und Perspektiven. Ein Teilnehmer schrieb mir im Nachgang: „Das war der Hammer.“

Ich freue mich auf die nächste Runde im Frühling! ❤️

#StärkenStärken #Potenzialentwicklung #Selbstreflexion #Weiterbildung

Frauenstärkung

Frauenstärkung 800 728 Kerstin Döring


In diesem Jahr habe ich viele Workshops zur Stärkung von Frauen in männerdominierten Branchen geleitet, unzählige Bücher zu Feminismus, weiblicher Sichtbarkeit und Macht gelesen und mich mit Kolleginnen, Freundinnen und Teilnehmerinnen über diese Themen ausgetauscht. Im Wirtschaftskontext und im öffentlichen Dienst.

Eine Erkenntnis, die vielleicht banal klingt, für mich in 2025 aber bahnbrechend war: Es ist mir buchstäblich wie Schuppen von den Augen gefallen, dass das Gefühl von Frauen, nicht selbstbewusst genug zu sein, weder ein persönliches Problem noch individuelles Versagen ist.

Selbstzweifel, Perfektionismus, übertriebene Bescheidenheit, zu oft „Ja“ sagen, sich in gemischten Runden nicht zu Wort melden, sind wiederkehrende Motive, um nur ein paar der Themen zu nennen (die ganze Liste ist viel länger). Natürlich betrifft das nicht alle Frauen; manche distanzieren sich auch klar davon. Aber mein Gesamteindruck ist, dass es leider noch für viel zu viele Frauen gilt.

Lange dachte auch ich, es handele sich um meine Schwächen, an denen ich herumdoktern müsse. Doch nach vielen Gesprächen und Workshops sehe ich es so:
Es geht hier nicht um persönliche Mängel, sondern um machtvolle Strukturen, die in vielen Frauen wirken. Tief eingraviert.

Besonders getroffen hat mich dieser Satz einer guten Freundin, die seit vielen Jahren in einer Führungsposition im öffentlichen Dienst – mit vielen Männern – arbeitet: „Jetzt mit Mitte 50 merke ich langsam: Ich bin nicht dumm.“ Sie ist eine der klügsten und kompetentesten Personen, die ich kenne.

Die Erkenntnis, dass all das kein individuelles Versagen ist, verändert mich. Plötzlich greifen Konditionierung und Lähmung nicht mehr so. Schuld, Scham und das Gefühl, sich verbessern zu müssen, entfallen.
Vielleicht hilft auch das Älterwerden: Mit 51 sage ich klarer meine Meinung und unterbreche auch mal (früher undenkbar!) – nicht, weil ich mich optimieren muss, sondern weil ich verstehe, dass nicht ich das Problem bin.

In all dem liegt aber auch ein Dilemma. In Seminaren und Coachings ermutige ich Frauen, selbstbewusster und sichtbarer zu sein. Ich liebe diese Arbeit. Gleichzeitig bin ich der Überzeugung, dass dringend überall strukturelle Veränderungen her müssen, unbewusste Vorannahmen müssen hinterfragt werden etc. Ich halte es für gefährlich, die Verantwortung allein auf die Schultern von Frauen zu wuchten und zu sagen: So, jetzt strengt euch mal mehr an.

Eine Lösung habe ich für all das nicht. Aber ich finde und hoffe, es hilft mit vielen Menschen darüber zu sprechen. Ich freue mich auf eine Vertiefung dieser Themen im neuen Jahr!

#Gleichstellung #GenderEquality #Chancengleichheit #WomenEmpowerment #Frauenstärkung #WomenInBusiness

Workshop für Kunstvermittlerinnen

Workshop für Kunstvermittlerinnen 1920 2560 Kerstin Döring

Am Mittwoch schlug mein Herz gleich doppelt höher:

Ein Workshop mit und für Kunstvermittlerinnen fand an meinem Lieblings-Kunst-Ort in Ahrensburg statt: in der Galerie im Marstall – mitten in der laufenden Ausstellung (sehr sehenswert!). Vielen Dank, liebe Dr. Katharina Schlüter, dass du mich als Leiterin des Bereichs Kunst & Kultur der Stiftungen der Sparkasse Holstein eingeladen hast, dieses Format zu moderieren!

Da ich selbst Kulturpädagogin (bzw. Kulturwissenschaftlerin) bin, war es für mich eine Art Heimspiel, mit Kunstvermittlerinnen ihre Arbeit, ihre Herausforderungen und Erfolge zu reflektieren. Das hat mir großen Spaß gemacht, weil Kunst und Kultur mir sowas von am Herzen liegen.

Weiteres spannendes Thema des Workshops: Kunstvermittlung an der Schnittstelle BNE – Bildung für nachhaltige Entwicklung. Hier wurden Ideen für neue Formate, Kooperationen und Entwicklungsfelder gesammelt.

Ich bin immer noch voller Bewunderung für die Expertise und das Engagement der Kunstvermittlerinnen: So viel Herzblut, Kompetenz und Erfahrung – in der Arbeit mit Kita-Kindern, mit Schulklassen, mit Ferienprogrammen und natürlich auch mit Erwachsenen.
Diese Arbeit mit Kunst – jenseits von Leistung und Effizienz – ist so wichtig und kostbar in dieser Welt: Das Unsichtbare, das Dazwischen, das Nachsinnen, Tasten, das Nicht-Wissen, wo ein kreativer Prozess hinführt, das Vertrauen, etwas entstehen zu lassen, etwas Eigenes.

Besondere Zuhör-Freude: Einige Künstlerinnen berichteten, dass manchmal Schüler, die mit Kunst nicht viel am Hut haben (Lehrer-Prognose vor dem Workshop: „Der wird sicher nicht mitmachen.“) ganz tolle Sachen gestalten und der Lehrer danach komplett verblüfft ist.

Ein Hoch auf die Kunst. Und die Kunstvermittlung!

Und das noch: Wir hatten eine herzallerliebste Fellnase als Teilnehmer: Fridolin. ❤️
#Kunstvermittlung #kulturelleBildung #BildungfürnachhaltigeEntwicklung

Psychische Belastungsanalyse

Psychische Belastungsanalyse 1874 1536 Kerstin Döring

Im Rahmen einer psychischen Belastungsanalyse leitete ich kürzlich zwei Workshop-Tage für Mitarbeiter*innen des öffentlichen Dienstes:

Stimmungsbilder erstellen, Gründe für psychische Belastung herausarbeiten, nachfragen, nochmal nachfragen, mit Frustration umgehen („Nix Neues, kennen wir alles schon“), Lösungsideen und Verbesserungsvorschläge sammeln, dazu anregen, die eigene Wirksamkeit viel mehr in Betracht zu ziehen, zwischendrin kleine Feedback-Sequenzen, Gruppencoaching, Austausch in Dreier-Gruppen, Erfolge feiern (total ungewohnt) und so weiter und so fort. Intensive Tage.

In der Abschlussrunde sagte eine Frau, ihr habe der Workshop sehr gut getan. Bei anderen Schulungen sei es bisher immer so gewesen, dass hinterher alles schlimmer war als vorher, wie Öl ins Feuer. Heute sei das ganz anders.

Was genau ist denn heute anders? fragte ich nach.

Es war nicht anonym, nicht nur frontal, alle waren beteiligt und haben mitgemacht, sagte sie, wir waren alle miteinander in Kontakt.

Ich freute mich über ihr Feedback, denn Beziehungsarbeit und das Gestalten sicherer Räume ist mir in meiner Arbeit mit Menschen und Gruppen wirklich wichtig. Richtig wichtig!

#GefährdungsbeurteilungPsychischeBelastung #psychischeGesundheit #mentalhealth #resilienz #mitarbeitergesundheit

Digitaler Wandel

Digitaler Wandel 1788 1831 Kerstin Döring

1974 bin ich geboren. Aufgewachsen mit 3 Fernsehprogrammen, Massen von Büchern & Kassettenrekorder. Mix-Tapes vom Radio aufnehmen: Rec. drücken & Start.

MTV schauen als Teenie, Bravo lesen & im Flur meiner Eltern am olivgrünen Telefon mit Wählscheibe sitzen, durch eine gekringelte Schnur ans Telefon gefesselt. Stundenlange Telefonate mit Freundinnen – mitten im Flur.

Freunde trafen wir, indem man einen Zeitpunkt & Ort vereinbarte & dann dort auftauchte.

1996 schrieb ich im Studium meine erste Hausarbeit auf der Schreibmaschine meines Vaters. Tippfehler korrigierte ich mit Tippex.

1997 bekomme ich im Rechenzentrum der Uni Hildesheim eine Email-Adresse, nutze sie wenig.

1998 kaufe ich meinen ersten PC – ein graues Monstrum. Ein Freund richtet mir eine erste eigene Email-Adresse ein. Das Arbeiten am Rechner beginnt.

Es gibt plötzlich das Internet!

1998 habe ich zum ersten Mal einen Anrufbeantworter & bin aufgeregt, wenn jemand seine Stimme auf Band hinterläßt.

2002 bin ich in Neuseeland; ich rufe von Münzautomaten zu Hause an.

Wann ich mir zum ersten Mal ein Handy zulege, habe ich vergessen. 2003? Nokia.

2004 gebe ich erste Schreib-Seminare. Menschen schreiben mit Stift & Papier.

2007 bekomme ich meinen Sohn. Das I-Phone kommt auf den Markt.
Ich erinnere mich nicht, wann ich mein erstes Smartphone kaufe. Viele hatten schon eins, als ich noch keins besass.

2010 meine erste eigene Website.

In den 10er Jahren werde ich Social-Media-Fan, zum 2. Mal Mutter; ich liebe mein Smartphone.

Im März 2025 nutze ich das erste Mal ChatGPT.

Wenn ich lesen will, muss ich das Handy in ein anderes Zimmer legen.

Im Sept 2025 höre ich mir selbst erstaunt dabei zu, wie ich im Uni-Seminar – fast entschuldigend – eine Journaling-Sequenz ankündige:
„Wir schreiben 4 Minuten in ganzen Sätzen, also Ihr wißt, was ich meine? Die meisten schreiben ja nicht mehr, wegen KI, aber wir schreiben jetzt, also in ganzen Sätzen, Gedanken aus unserem Kopf fließen aufs Papier…“

Kurz fürchte ich, das Schreiben könnte abgeschafft worden sein. Dann bin ich froh: Die Studis schreiben.

Sept 2025: Ich höre zig KI-Podcasts & spreche mit meiner ChatGPT-App wie mit einem Menschen.

Foto circa 1998 😊

#DigitalerWandel #Digitalisierung #KIundMensch #ChatGPT #ZukunftDesSchreibens

Resilienz und Nervensystemregulation

Resilienz und Nervensystemregulation 1920 2560 Kerstin Döring

Nervensystemregulation ist in aller Munde – zurecht finde ich. Mich beschäftigt das Thema schon seit vielen Jahren. Für mich ist es kein Nice-to-have, sondern die Basis von allem.

Im Juli habe ich eine Facilitation-Fortbildung gemacht, in der es um den Umgang mit Unsicherheit, Systemic thinking und Conflict Transformation ging.
Eine Class leitete Deb Dana, Expertin für die Polyvagal-Theorie. Ihre kompakte Präsentation fand ich sehr hilfreich. Vielleicht auch hier auf LinkedIn für einige interessant?

In aller Kürze also: Die Polyvagal-Theorie…
…beschreibt, wie unser Nervensystem auf Stress und Sicherheit reagiert – zentral, sympathisch und dorsal.

Zentral (Vagusnerv, ventraler Zweig): Unser soziales Engagement, Vertrauen und Ruhe. Wenn wir uns sicher fühlen, sind wir neugierig, offen für Kommunikation und Kooperation und haben Lust, etwas beizutragen.

Sympathisch: Aktiviert bei Stress oder Gefahr – Kampf- oder Fluchtreaktion. Wir sind alert, bereit zu handeln, aber auch angespannt. In diesem Zustand fühlen wir uns konstant angetrieben und kommen nie zur Ruhe. Richtig zufrieden sind wir nie.

Dorsal (Vagus, dorsaler Zweig): Bei überwältigendem Stress schaltet das System in einen Schutzmodus – Erstarrung, Rückzug, Gefühl der Ohnmacht. Verzweiflung.

Diese Zustände beeinflussen, wie wir denken, fühlen und handeln. Je nachdem, wie unser Nervensystem gerade „tickt“, entsprechend erscheint uns die Welt und die Menschen um uns herum.
Deb Dana sagte, alle diese Zustände des Nervensystems seien vollkommen normal und menschlich, jede/r erlebe sie in allen Ausprägungen. Wichtig sei, dass das Nervensystem regulationsfähig sei.

Was mir hilft mich zu regulieren:
Sport, Natur, vertrauensvoller Kontakt, etwas mit den Händen machen, malen, tanzen, unser Hund, Ruhe.

#polyvagaltheorie #nervensystemregulieren #resilienz #gesundheit

Team-Workshop

Team-Workshop 2363 2560 Kerstin Döring

In meinem alljährlichen Workshop-Sommerloch tauchte in diesem Jahr eine Arbeitsinsel auf: Ein Team-Workshop in Timmendorf.

Ziel: Eine gute Zeit zusammen haben, gemeinsam rauskommen und etwas Schönes erleben. Wertschätzung. Stärken stärken. Der Frage nachgehen, wie die – ohnehin schon sehr gute – Zusammenarbeit noch verbessert werden könnte. Erfolge feiern und würdigen, was das Team in den letzten Monaten alles gestemmt hat.

Gesagt getan:
Persönliche Geschichten wurden geteilt, Feedback gegeben, Verbindungen gestärkt, Maßnahmen notiert, jede/r imTeam schrieb wertschätzendes Feedback auf Karten für alle anderen Kolleg:innen. Die Kärtchen wurden in Tütchen gesteckt und später mit großer Freude gelesen – das ist immer ein schöner Moment, der lange in Erinnerung bleibt. Einige hüten diese Kärtchen wie einen Schatz

Weil mir Kreativität wichtig ist, baue ich oft ich kreative Schnipsel in Workshop-Formate ein. Manchmal zögere ich und denke: Kann ich das jetzt wirklich machen? Paßt das? Wird das funktionieren?
Ja, wird es. 😊
Auch in diesem Fall war die Kreativ-Sequenz ein „Erfolg“: In Kleingruppen wurden Collagen und kleine theatrale Inszenierungen gestaltet, ausgetüftelt und präsentiert. Ich liebe es, wenn Menschen plötzlich mit Schere und Klebe hantieren, Performances planen, kichern, rascheln und den Raum zum Lachen und Leuchten bringen.

Als der Teamworkshop zu Ende war, kam ein junger Mann zu mir und sagte:
„Falls du keine Lust mehr auf deinen Job hast, studier doch BWL und fang bei uns als Werkstudentin an! Das wäre schön!“

Zum Hintergrund: Das Team benötigt dringend 3 Werkstudent:innen, weil es an Personal mangelt und zu viel Arbeit auf zu wenig Schultern lastet.

Nach dem Workshop verweilte ich noch eine Stunde am Strand und schwamm in der kalten Ostsee. 🥶

#teamworkshop #teambuilding #kreativität #mitarbeiterbindung

Privacy Preferences

When you visit our website, it may store information through your browser from specific services, usually in the form of cookies. Here you can change your Privacy preferences. It is worth noting that blocking some types of cookies may impact your experience on our website and the services we are able to offer.

Click to enable/disable Google Analytics tracking code.
Click to enable/disable Google Fonts.
Click to enable/disable Google Maps.
Click to enable/disable video embeds.
Meine Seite nutzt Cookies, um dir ein optimales Darstellung der Website zu bieten. Bitte stimme dem Gebrauch von Cookies zu. Weitere Informationen unter dem Menüpunkt Datenschutz. Vielen Dank!